Integrationslabor

Ziele

Das Kerngebiet des Integrationslabors der Service and Integration Technology Forschungsgruppe bilden Methoden und Werkzeuge zur Integration betrieblicher Anwendungssysteme. Ein Schwerpunkt liegt in der Erarbeitung strukturierter Vorgehensweisen, nach denen verschiedene Softwaresysteme, die zumeist über viele Jahrzehnte hinweg gewachsen sind, in ein flexible IT-Struktur integriert werden können.

Beachtung finden hierbei nicht nur etablierte Integrationsmuster und Methoden, sondern auch adäquate Eigenentwicklungen auf verschiedensten Ebenen. Neben einem Querschnitt über sämtlich Strömungen der Integration werden ebenfalls strategische Forschungsschwerpunkte gesetzt und durch Langzeitforschung untersetzt. Im Integrationslabor werden gegenwärtig u.A. folgende Schwerpunkte untersucht:

  • Integrationstechniken mit äußerst geringem Eingriff in die Bestandssysteme (minimal-invasiv)
  • Agentenbasierte Architekturen
  • Nachrichtenbasierte Ansätze
  • Servicifizierung von Legacy-Anwendungen
  • Modellgetriebene Entwicklungsansätze im Integration Engineering (Model-Driven Integration Engineering)

Veranlasst durch die vorherrschende IT-Landschaft der meisten großen Anwender, die durch alte Anwendungssysteme (sogenannte Legacy-Anwendungen) vollgestopft ist, wird im Integrationslabor ein besonderer Fokus wird auf Integrationsaufgaben im Mainframe-Bereich gelegt. Rund 70 Prozent aller geschäftskritischen Daten laufen in einer solchen Umgebung.

Das die Universität Leipzig, als eine von zwei europäischen Hochschulen, einen eigenen IBM S/390 Großrechner betreibt, ist ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Dies spricht für hohe technologische und fachliche Kompetenzen. Zudem besteht eine enge Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Herrmann, dem Betreuer des Mainframe-Projektes der Universität Leipzig.

Jedoch steht das Integrationslabor nicht nur für Forschungsaktivitäten zur Verfügung, sondern bietet auch interessierten Studenten die Möglichkeit, im Rahmen von Abschlussarbeiten und Praktika, diese neuen Technologien kennenzulernen.

Systemlandschaft

Durch verschiedene Virtualisierungslösungen lassen sich komplexe Integrationsszenarien virtuell im Integrationslabor nachbilden. Organisatorisch besteht das Integrationslabor aus zwei Einheiten: der Entwicklungsumgebung und der Serverumgebung.

Die Entwicklungsumgebung besteht aus einem breiten Spektrum an Integrations- oder Werkzeugsuiten vieler namhafter Hersteller. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Active BPEL
  • Apache ActiveMQ
  • Apache Camel
  • bflow* Toolbox
  • IBM Rational Developer for System z
  • IBM WebSphere Developer for System z
  • IBM WebSphere MQ
  • IBM WebSphere Message Broker
  • IBM Data Studio Developer
  • Micro Focus OnWeb
  • Microsoft BizTalk Server

Diese vorhandenen Produkte werden zur Forschung und Entwicklung zukünftiger Technologien, wie auch zur Entwicklung prototypischer Implementierungen eingesetzt.

Die Serverumgebung besteht physisch aus einem IBM z/900 Rechner mit verschiedenen LPARs, sowie einer virtualisierten modernen Serverlösung auf Basis von Windows Server 2008. In diesem Umfeld werden die zu integrierenden Anwendungen (Integrationsobjekte) untersucht. Zu diesem Zweck steht eine Vielzahl modernisierungsbedürftiger Anwendungssysteme aus den Bereichen E-Commerce, E-Procurement und E-Business bereit.

Aktuelle Projekte im Integrationslabor

  • „Anwendungsintegration von Legacy-Anwendungen auf z/OS-Systemen mithilfe einer Beobachter-Architektur“ (Eigenentwicklung, Masterarbeit)
  • „Evaluation des IBM WebSphere Message Brokers zur datei-basierten Integration“ (Bachelorarbeit)

Kontakt

Fred Stefan

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